Kunststoff rostet nicht

Kunststoff ist überall. Doch was wissen wir wirklich über dieses Material? Haushaltsgegenstände, Bekleidung, Spielzeug, Multimedia, Medizintechnik oder sogar Raumfahrt – unser moderner Lebensstandard und Fortschritt basiert maßgeblich auf dem Einsatz von Kunststoffen. Ohne sie hätte der »giant step for mankind« – die Mondlandung – nie stattgefunden. Doch schneller sind Vorurteile gegenüber dem Material zur Hand: Umweltsünde, Wegwerfkram, künstlicher Trash. Diese Einwände kommen nicht von ungefähr, denn für eine lange Zeit waren Kunststoffe wirklich nicht wiederverwertbar. In der jüngsten Vergangenheit wurden jedoch große Fortschritte im Bereich des Kunststoffrecyclings gemacht.

Grund genug für uns, einen neuen Blickwinkel auf Kunststoffe zu schaffen. In Form von drei zukunftsweisenden Werbekampagnen haben wir Konzepte erarbeitet, die Verbraucher auf das Thema Kunststoff und sein Recycling aufmerksam machen. Dieser Aufgabe haben sich Sabine Ihl und Lucienne Fleischer, zwei frisch diplomierte Grafikdesignerinnen, mit Unterstützung des ipt gewidmet.

Um die Sache ganz abzurunden, haben wir ein imaginäres, Kampagnen übergreifendes Logo entworfen, was das Kunststoffrecycling konkret auf den Punkt bringt.

forever - für immer - steht stellvertretend für Recycling, das den Materialkreislauf schliesst und damit Unendlichkeit symbolisiert. Es ist sogleich ein Liebesschwur, daher auch das Herz im Hintergrund.

plastics - wirkt dynamisch und ist bedeutend kürzer als das Wort »Kunststoff«.

Die Unterzeile erklärt, dass es sich um eine Aktion für Kunststoffrecycling handelt.

So, los geht‘s.

hot love - die Kampagne hält was sie verspricht: anrüchige Wörter in grellen Farben. Diese Ideen fallen auf und provozieren den Betrachter.

Wer bringt mit PET, PP, PS, PA und PUR - also gewöhnliche Kunststoffe schon Liebe und Sex in Verbindung? Und was haben die drei Dinge überhaupt miteinander zu tun?

Was kann einen schon dazu bringen, Kunststoff zu lieben? Die Plakate und Postkarten zeigen es Ihnen!

Geben Sie es ruhig zu: Sie sitzen im Auto und drücken bei Ihrem Lieblingssong die Repeattaste - und zwar nicht nur einmal. Wir sind alle Wiederholungstäter, wenn es um Dinge geht, die wir leidenschaftlichen mögen. 7 mal die Woche Spaghetti, das gleiche Oberteil in fünf Farben, 120mal die Lieblingsszene aus „Fackeln im Sturm“ – von manchen Dingen kann man einfach nicht genug bekommen. Und wie sehr ersehnen wir uns das Comeback unserer größten Helden.

Kunststoff feiert sein Comeback, denn dank Recycling haben wir immer wieder was davon. Nochmal und nochmal und nochmal.

Toy Story - unser heimlicher Favorit. Lieblich grinsende, fratzenhafte, schüchtern blickende Kunststofffiguren vor farbigen Hintergrund versus Bikinis, Toaster, Zahnbürsten oder Kunstrasen.

Kunststoffrecycling bringt die widersprüchlichsten Sachen zusammen und macht aus dem langweiligsten Übertopf eine knuffige Spielfigur. Und umgekehrt. Lassen Sie sich überraschen.